Von: jr
02.05.2018

Freitag, 18. Mai 2018, 18 Uhr

Zum 150. Geburtstag Ludwig Landmanns
Vortrag mit anschließendem Sektempfang


Mit Dieter Wesp und Dr. Ina Hartwig, Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt
Ort: Historisches Museum Frankfurt, Sonnemannsaal
Eintritt frei

Das Forum Neues Frankfurt erinnert mit einem Abendvortrag von Dieter Wesp an den bedeutenden Frankfurter Oberbürgermeister Ludwig Landmann, einem der Wegbereiter der Frankfurter Moderne. Das Grußwort spricht Dr. Ina Hartwig, Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt am Main.

Vor 150 Jahren wurde mit Ludwig Landmann eine der wichtigsten Persönlichkeiten der jüngeren Frankfurter Geschichte geboren. In seiner Amtszeit in den Jahren 1924 bis 1933 entwickelte sich die Stadt unter wirtschaftlich schwierigen Bedingungen dynamisch weiter. Landmann war der letzte demokratisch gewählte Oberbürgermeister Frankfurts vor der Herrschaft der Nationalsozialisten, die ihn 1933 zum Rücktritt zwangen.

Oberbürgermeister Landmann in einer Karikatur Lino Salinis (Bild: Historisches Museum Frankfurt)

Ludwig Landmann wurde am 18.5.1868 in Mannheim geboren. Nach einem Jurastudium in Heidelberg, Berlin und München begann er eine politische Karriere in Mannheim, wo er 1898 zum Stadtsyndikus ernannt wurde. 1916 wechselte er nach Frankfurt, wo er zunächst als Dezernent für Wirtschaft, Verkehr und Wohnungswesen fungierte.

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und damit des Deutschen Kaiserreichs trat Landmann der neugegründeten, linksliberal ausgerichteten Deutschen Demokratischen Partei bei. Zu seinen Parteifreunden zählten hier Friedrich Naumann, Walther Rathenau, Theodor Heuss und Ernst Cassirer. Die Partei trat entschieden für die Mehrparteiendemokratie der Weimarer Republik ein und ging aus der Wahl zur Frankfurter Stadtverordnetenversammlung 1919 als zweitstärkste Kraft hervor.

1924 wurde Ludwig Landmann zum Oberbürgermeister gewählt. Ein Schwerpunkt seiner politischen Agenda lag auf dem sozialen Wohnungsbau. Neben seiner eigenen Partei konnte er sich auch der Unterstützung der SPD sicher sein. Gemeinsam mit dem sozialdemokratischen Kämmerer Bruno Asch und dem 1925 berufenen Stadtbaurat Ernst May legte er das großangelegte Bauprogramm „Neues Frankfurt“ auf, das bald Weltruhm genoss. Innerhalb von fünf Jahren wurden ca. 15.000 Wohneinheiten realisiert. Die Siedlungen, Parkanlagen und Großbauten prägen die Stadt bis heute.

Ein weiteres elementares politisches Anliegen der Ära Landmann war es, Frankfurts Bedeutung als Wirtschaftskapitale auszubauen. Dabei setzte der Oberbürgermeister besonders auf moderne Infrastruktur und Verkehrsmittel wie Flugzeug und Automobil. Die Bedeutung der Stadt als Drehkreuz für den Luftverkehr liegt hier ebenso begründet wie die Rolle eines für seine Staus berüchtigten Verkehrsknotenpunktes. Mit dem HaFraBa-Projekt war Landmann federführend an einer der ersten großen Autobahntrassen Deutschlands und Europas beteiligt.
Der Name war eine Chiffre für die Städte, die die neue Schnellstraße verbinden sollte: Hamburg, Frankfurt und Basel. Das Konzept wurde später von den Nationalsozialisten erneut aufgegriffen, Landmanns Urheberschaft jedoch verschwiegen.

Die „Machtübernahme“ der Nationalsozialisten beendete die Ära Landmann. 1933 wurde der Oberbürgermeister von den neuen Machthabern zum Rücktritt gezwungen. In den folgenden Jahren war er mehrmals Opfer hetzerischer Diffamierungskampagnen, sowohl wegen seiner politischen Arbeit als auch wegen seiner jüdischen Herkunft. 1939 floh er in die Niederlande, wo er nach der deutschen Besetzung des Landes erneut die Deportation fürchten musste und sich bei Verwandten versteckte. Am 5. März 1945 starb er hier an Unterernährung. Seine letzte Ruhestätte fand Landmann zunächst im niederländischen Voorburg, 1987 wurde er nach Frankfurt umgebettet. Hier wurde er in einem Ehrengrab auf dem Hauptfriedhof bestattet.

Veranstalter sind die ernst-may-gesellschaft und die Stadt Frankfurt in Kooperation mit dem Historischen Museum Frankfurt.