26.01.2017

Sonntag, 26. Februar 2017, 15 Uhr

Letzte Kuratorenführung durch die Sonderausstellung:
Hans und Grete – Die Geschwister Leistikow als Gestalter des Neuen Frankfurt


Mit den KuratorInnen Rosemarie und Dieter Wesp
Ort: ernst-may-haus, Im Burgfeld136, Frankfurt-Römerstadt

Keine andere deutsche Stadt der 20er Jahre versuchte so konsequent, ihr visuelles Erscheinungsbild zu verändern wie das Neue Frankfurt. Die Geschwister Hans und Grete Leistikow hatten an dieser Veränderung wesentlichen Anteil, er als Stadtgraphiker und Künstler, sie als Fotografin. 


Grete und Hans Leistikow
um 1896 (Privatbesitz)  

Das Neue Frankfurt war nicht nur der Name eines einzigartigen städtebaulichen, architektonischen und sozialpolitischen Projekts, durch das in Frankfurt am Main ab 1925 über 12.000 Wohnungen im Stil der Neuen Sachlichkeit gebaut wurden. Es ist auch der Titel der avantgardistischen Zeitschrift, die dieses Experiment fördernd begleitete. Die Geschwister Hans und Grete Leistikow gestalteten von 1926 bis 1930 diese Publikation. Sie, vor allem als Fotografin, er als Grafiker und Künstler, der auch das grafische Büro der Stadt leitete. Die Ausstellung zeigt mit Fotografien, Drucksachen, Plakaten, Plänen, Modellen, Büchern und Kunstwerken die ganze Vielfalt ihres Schaffens. Darunter sind einige Objekte, die erstmals öffentlich gezeigt werden.

 

Grete Leistikow
Fotogramm

1929 (DNF 3/1929)

  


Ein kubistisch gemalter Tiger in Öl und eine farbige Variante als Linolschnitt zeigen den Maler Hans Leistikow. Von Grete Leistikow werden experimentelle Fotogramme, mit denen sie an Ausstellungen teilnahm, präsentiert.


Hans Leistikow
Tiger

1924 (Privatbesitz)

 

 

 

Hans Leistikow
Tiger 

1927, farbiger Linolschnitt (Schlesisches Museum zu Görlitz)

 


Frankfurt als Netzwerk der Moderne wird exemplarisch an der internationalen Weltausstellung „Musik im  Leben der Völker“ von 1927 dargestellt. Diese Veranstaltung, die 820.000 Besucher hatte, wurde von Hans Leistikow im Wesentlichen gestaltet. Er entwarf die Kulissen der Ausstellungsarchitektur, zahlreiche Veranstaltungsplakate und Formulare bis hin zu Einladungs- und Eintrittskarten. Seine Schwester Grete fotografierte diese Ausstellung, wie auch andere Frankfurter Messen.

Nach dem zweiten Weltkrieg setzt sich die künstlerische Karriere von Hans im Gegensatz zu der seiner Schwester Grete fort. Er entwirft die Fenster des Frankfurter Kaiserdoms und der Westensynagoge sowie zahlreicher Nachkriegskirchen. Die Ausstellung präsentiert die Entwürfe der Fenster und das dazugehörige Auftragsbuch.

 

Hans Leistikow
Entwurf Domfenster Frankfurt 

(Staatliche Museen Kassel, Grafiksammlung)

 


Ab 1948 ist Hans Leistikow Professor der Kasseler Werkakademie. In dieser Zeit entstehen zahlreiche Buchumschläge, Illustrationen und Arbeiten für den Figurenfries des Mannheimer Nationaltheaters.

Eine biographische Abteilung illustriert mit vielen Fotos den Lebensweg der Geschwister.

 



Ausstellung:
 
10.09.2016 bis 28.02.2017

Vernissage
 
10.09.2016  um 18:00 Uhr
     

Informationsbroschüre
 
Die Informationsbroschüre kann hier als pdf heruntergeladen werden.
Sie liegt während der Ausstellung im ernst-may-haus auch als Ausdruck bereit.

 



Kuratoren: 


Rosemarie Wesp

Literatur und Gesellschaftswissenschaftlerin 
Leiterin Museumspädagogik, Museum für Kommunikation Frankfurt am Main. 
Sie kuratierte 1986 die erste Ausstellung zu Ernst May im Deutschen Architekturmuseum

Dieter Wesp

Diplompädagoge, Stadtführer und Stadthistoriker in Frankfurt am Main