08.11.2017

 

 

Aktuelle Termine und Kurznachrichten der
ernst-may-gesellschaft e.v., Frankfurt am Main

 

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Vorftragsreihe 2017/2018

 



Liebe Mitglieder und Freunde der ernst-may-gesellschaft,

das Neue Frankfurt hat Konjunktur! In den beiden kommenden Monaten ist das Großstadtprojekt Gegenstand diverser Veranstaltungen – auch, aber längst nicht nur im ernst-may-haus. So widmet das Institut für Stadtgeschichte den „Akteuren des Neuen Frankfurt“ nach dem erfolgreichen Nachschlagewerk eine eigene Vortragsreihe, das Museum Angewandte Kunst präsentiert in Sonderführungen stolz seine neue Frankfurter Küche und das Historische Museum wirft einen Blick auf das Neue Frankfurt als „Welthauptstadt der Musik“. Der Werkbund Hessen schließlich zeigt Thomas Elsässers Film "Die Sonneninsel" über das Leben seines Großvaters Martin Elsässer zwischen Karriere und Familie. Wir als ernst-may-gesellschaft freuen uns über diese Wertschätzung und sehen uns in der Rolle des Multiplikators und Herolds solcher Aktivitäten. Dies wird auch ein Schwerpunkt unserer Arbeit im nächsten Jahr sein – mehr dazu lesen Sie in der Dezemberausgabe des maybriefs.

Ihr mayaktuell Redaktionsteam
  


Samstag, 18. November 2017, 10 Uhr

mayführung 98
Skulpturen von Richard Scheibe am Peter-Behrens-Bau
mit Ulrich Boller, Unternehmensarchivar Clariant SE

Treffpunkt: Industriepark Höchst, Besucherempfang am Tor Ost, Frankfurt
Besichtigung dreier Skulpturen von Richard Scheibe auf dem Gelände der ehemaligen Farbwerke Hoechst, heute Industriepark Höchst. Anmeldung frühzeitig erforderlich.


Das Thema der Suche nach dem Heiligen Gral und der damit verbundenen Aufhebung aller Qualen, wie es aus dem Wagner´schen 'Parsifal' bekannt ist, ist DAS Leitmotiv, welches sich durch Peter Behrens´ gesamte Konzeption des von ihm in den frühen 20er Jahren errichteten Technischen Verwaltungsgebäude für die Farbwerke Hoechst hindurchzieht. In genau diesen Zusammenhang gehört auch die 1922 von Richard Scheibe gestaltete Bronzeskulptur 'Aufbruch' in der Ausstellungshalle im Erdgeschoss: Der sich die Ärmel hochkrempelnde Arbeiter versinnbildlicht nach der Katastrophe des 1. Weltkriegs den Start in eine neue, bessere Zukunft – nur durch eine gleichzeitig sozial sinnvolle als auch individuell identitätstiftende Form der Arbeit ist die persönliche Erlösung für den Einzelnen erleb- und erfahrbar.

  


Montag, 20. November 2017, 18 Uhr

Neuer Gestaltungswille. Die Frankfurter Kunstgewerbeschule und ihre Akteure
Vortrag von Ulrike May im Rahmen der Reihe Akteure des Neuen Frankfurt

Ort: Karmeliterkloster Dormitorium, Institut für Stadtgeschichte, Frankfurt

Der Kunsthistoriker Fritz Wichert übernahm 1923 mit großem Elan die Leitung der Frankfurter Kunstgewerbeschule. Sein Anspruch war kein geringerer, als mittels eines modernen, am Bauhaus orientierten Schulkonzepts an einer grundlegenden „Stilerneuerung“ mitzuwirken. Hierfür wurden aufgeschlossene, zum Teil vom Bauhaus kommende Künstler berufen und neue Themen, wie Mode, Fotografie, Typografie und Werbepsychologie, in den Unterrichtsplan aufgenommen.

Zwischen dem städtischen Hochbauamt und der Schule entwickelte sich ein enges Beziehungsgeflecht: Fritz Wichert avancierte neben Ernst May zum Mitherausgeber der Zeitschrift „Das Neue Frankfurt“, Mitarbeiter der Baubehörde unterrichteten an der Kunstgewerbeschule, deren Schüler wiederum an öffentlichen Aufträgen beteiligt wurden. Anhand ausgewählter Biografien will der Vortrag Einblicke in die Frankfurter Kunstgewerbeschule als „Laboratorium“ des „Neuen Frankfurt“ gewähren.


Mittwoch, 22. November 2017, 19 Uhr

Eröffnung der Frankfurter Küche innerhalb der Dauerausstellung Elementarteile. Aus den Sammlungen.

Ort: Museum Angewandte Kunst, Schaumainkai 17, Frankfurt


Samstag, 25. November 2017, 15:30 Uhr

kuratorenführung zur sonderausstellung:
ernst may und die skulptur. von richard scheibe bis seff weidl

Ort: ernst-may-haus, im Burgfeld 136, Frankfurt-Römerstadt
Kurator: Florian Seidel, Freier Architekt, Berlin

Ernst May verband zeit seines Lebens eine besondere Beziehung mit der bildenden Kunst und speziell der Bildhauerei. Nach eigener Aussage wäre der Architekt selbst gerne bildender Künstler geworden, entschied sich dann jedoch für den Beruf des Architekten. Während der Zeit des Neuen Frankfurt pflegte May stets Austausch mit zeitgenössischen Bildhauern, wie Richard Scheibe und Josef Hartwig, in den 1950er Jahren dann mit Bernhard Heiliger und Seff Weidl. Weidls monumentale Bronzeskulpturen formen integrale Bestandteile von Bauten und städtebaulichen Ensembles, die Ernst May für die Neue Heimat realisierte.

Die Ausstellung untersucht die Wechselwirkungen zwischen Ernst Mays Architektur und der Bildhauerei, angefangen bei seinem Frühwerk, seinen Arbeiten in Frankfurt am Main, bis hin zu seinen Arbeiten der Nachkriegszeit.


Sonntag, 26. November 2017, 15 Uhr

Die Frankfurter Küche innerhalb der Dauerausstellung Elementarteile.

Ort: Museum für Angewandte Kunst, Schaumainkai 17, Frankfurt
Öffentliche Führung mit Kurator Klaus Klemp


Samstag, 2. Dezember 2017

Frankfurt 1927 - Welthauptstadt der Musik

Ort: Historisches Museum, Frankfurt

Vorträge mit musikalischer Umrahmung zum 90jährigen Jubiläum der 1927 stattgefundenen Ausstellung Musik im Leben der Völker am 02. Dezember 2017, 14:00 Uhr, im Historischen Museum Frankfurt, Leopold-Sonnemann-Saal

Unter seinem Oberbürgermeister Ludwig Landmann profilierte sich Frankfurt in den 1920er Jahren nicht nur als Musterbeispiel der Moderne im Städtebau, sondern auch in der Kultur, wie die 1927 ausgerichtete Ausstellung 'Musik im Leben der Völker' bewies. Sie dauerte fast drei Monate, zeigte Exponate aus allen Epochen und Kontinenten, erreichte mehr als 800.000 Besucher und gilt als Mutter der heutigen Musikmesse. Im Rahmen des Sommers der Musik fanden über hundert Konzerte statt, die zu einem Gipfeltreffen großer Interpreten und zeitgenössischer Komponisten wurden.


Mittwoch, 6. Dezember, 18:30 Uhr

Die Frankfurter Küche innerhalb der Dauerausstellung Elementarteile.

Museum für Angewandte Kunst,  Schaumainkai 17, Frankfurt
Öffentliche Führung mit Restaurator Christian Dressen


Dienstag, 12. Dezember 2017, 18 Uhr

"Die Sonneninsel" von Thomas Elsaesser
Filmpräsentation, 72 Minuten, und Gespräch mit dem Regisseur

Ort: Frankfurt University of Applied Sciences, Campus Nibelungenplatz, Gebäude 1, Raum 601 
Veranstalter: Deutscher Werkbund Hessen eV in Kooperation mit dem Frankfurter Forschungsinstitut für Architektur Bauingenieurwesen Geomatik


Dokumentarfilm 2017, Koproduktion von strandfilm & Martin Elsaesser Stiftung in Zusammenarbeit mit ZDF/3sat

Wie lässt sich anhand eines Koffers mit Briefen, einer Handvoll Gedichten und einer Blechdose mit Schmalfilmen eine außergewöhnliche Familiengeschichte des 20. Jahrhunderts rekonstruieren? Der Filmhistoriker Thomas Elsaesser bringt in seinem Essay-Film Die Sonneninsel aus persönlichen Film-Materialien und Brieffragmenten den Geist des Aufbruchs und des Umbruchs der späten 20er und frühen 30er Jahre in Frankfurt und Berlin wieder zum Aufleben. Wir erfahren diese so folgenschwere Epoche mit ihren Hoffnungen und Verwerfungen, Leidenschaften und Lebensentwürfen, samt der sich als trügerisch erweisenden Utopien einer neuen Gemeinschaft, die Technik und Natur im Kreislauf der Nachhaltigkeit verbinden will.


Montag, 18. Dezember 2017, 18 Uhr

Möbel zur Bewältigung von Massen. Das Aufbaumöbel und andere Entwürfe Franz Schusters zwischen Rotem Wien und Neuem Frankfurt
Vortrag von Elisa Lecointe im Rahmen der Reihe Akteure des Neuen Frankfurt

Ort: Karmeliterkloster Dormitorium, Institut für Stadtgeschichte, Frankfurt

1927 wurde der Wiener Architekt und Möbelgestalter Franz Schuster zusammen mit anderen Wiener Kolleginnen und Kollegen, darunter auch Margarete Schütte-Lihotzky, nach Frankfurt berufen. Ernst May schätzte seine Expertise auf dem Gebiet des Siedlungsbaus. Unter der Leitung von Adolf Loos wirkte er an der Gestaltung mehrerer Wiener Einfamilienhaus-Siedlungen mit und entwickelte Prototypen für Siedlungshäuser und die sogenannten Wohnhöfe, die noch heute das Stadtbild Wiens prägen. In Frankfurt entwarf Schuster Mehrfamilienhäuser, Schulen, Kinos und Schwimmbäder.

Hauptsächlich gestaltete Schuster aber funktionale und platzsparende Typenmöbeln für die kompakten Siedlungshäuser und -wohnungen des Neuen Frankfurts. Das ursprünglich für Frankfurter Siedlungen konzipierte „Aufbaumöbel“ – Vorläufer des modernen Ikea-Systems – erreichte schnell einen breiten Bekanntheitsgrad und wurde bis in die 1930er Jahre auch weit über die Stadtgrenzen hinaus verkauft.



ernst-may-gesellschaft e.v.
ernst-may-haus im burgfeld 136
d 60439 frankfurt am main
telefon +49 (0)69 15343883
fax +49 (0)69 15343881
post(at)ernst-may-gesellschaft.de
www.ernst-may-gesellschaft.de
 

  


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