Exponate des Monats


01.08.2019

Exponat des Monats August 2019

Das Weberschiffchen von Ilse Mays Bauhaus-Webstuhl(weiterlesen ...)

Heute, in einer Zeit, in der Kleidung ein kurzlebiges Massenkonsumgut von der Stange geworden ist, ist den meisten Leuten der Begriff „Schiffchen“ in Verbindung mit Textilien fremd. Die Bezeichnung „Schiffchen“ leitet sich aus dessen Form und Funktion ab, welche es beim Weben mit dem Handwebstuhl übernimmt. Es sieht einem flachen Transportkahn ähnlich, der hier die Spule mit dem darauf aufgewickelten Schussfaden befördert. Mit ihr gleitet das Schiffchen horizontal durch das Webfach der vertikal gespannten Kettfäden. Ist das Schiffchen auf einer Seite angekommen, wird das Webfach durch Verlagerung der Kettfäden neu gebildet und wieder zurück zur anderen Seite geführt. Auf diese Weise entsteht das Gewebe.
 




01.07.2019

Exponat des Monats Juli 2019

Die Aluminium-Schütten in der Frankfurter Küche(weiterlesen ...)

Die Schütten sind heute das Sinnbild der Frankfurter Küche und werden gerne als eine Erfindung der Architektin Margarete Schütte-Lihotzky bezeichnet. Tatsächlich aber sind die Schütten etwa ein Jahr vor der legendären Einbauküche entwickelt worden, und zwar von dem Ehepaar Anni (1892-1987) und Otto Haarer (1892-1985).




01.04.2019

Exponat des Monats April 2019

Spaltklinker, der Terrassenbelag in der Römerstadt(weiterlesen ...)

"[...] die durch wirtschaftliche Bedingtheiten hervorgerufene Verkleinerung des Wohnraums [führte] naturnotwendig [...] zur Vergrößerung der Freiflächen, deren der Mensch nun einmal zur Entfaltung seiner sinnlichen Kräfte bedarf." Dies schrieb der Frankfurter Gartenbaudirektor Max Bromme 1930, nur wenige Jahre nach Fertigstellung der Siedlung Römerstadt mit ihrem großen Grünflächenanteil von 55 %. Einen Übergangsbereich zwischen dem Haus und dem Garten bildet der "Freilicht-Wohnraum" - die Terrasse. Ihr Raum wird rechts und links durch Mauern vom Nachbargrundstück abgegrenzt, eine Decke bilden die begrünten Rankdrähte. Auch für diesen "Raum" gab es Standards, wie beispielsweise den Bodenbelag. In der Römerstadt war es Spaltklinker. Die einzelnen Ziegel messen 24 cm x 12 cm und wurden in einem Bett aus Magermörtel im flach liegenden Läuferverband verlegt.




01.03.2019

Exponat des Monats März 2019

Vorgänger der „Tupperware“:
Das Kubus Geschirr von Wilhelm Wagenfeld (weiterlesen ...)

Standardisierungen und Massenprodukte entsprechen in den 1920er Jahren dem Zeitgeist in vielen Branchen der Industrie. Am Bauhaus und anderen Kunstgewerbeschulen bereitet man künftige Gestalter darauf vor, sich mit Entwürfen von Typen- und Standardformen in der Industrie zu behaupten und neue Maßstäbe zu setzen. So auch der ehemalige Bauhaus-Schüler Wilhelm Wagenfeld (1900-1990).




01.01.2019

Exponat des Monats Januar 2019

Die Schiebetüren des Geschirrschranks in der Frankfurter Küche(weiterlesen ...)

Die Standardmaße der Frankfurter Küche sind 3,04 m in der Länge und 1,96 m in der Breite – da bleibt kaum Platz für weit in den Raum ragende Schranktüren. Das Exponat des Monats ist die optimale Lösung für diesen schmalen Raum: Schiebetüren! Zum Öffnen des Schrankes werden sie einfach nach rechts bzw. links geschoben. Überdies läuft die Hausfrau nicht Gefahr, sich an den Schranktüren anzustoßen.




01.11.2018

Exponat des Monats November 2018

DER SPIEGEL, Ausgabe 19/1955 vom 4. Mai 1955(weiterlesen ...)

„Stattlich und groß“, „unerschrocken und kampfeslustig“: Schon zu Frankfurter Zeiten waren Ernst Mays markante äußere Erscheinung sowie sein energisches Wesen zentrale Motive der Berichterstattung über ihn. Als Dezernent für Städtebau vertrat May in den Jahren zwischen 1925 und 1930 seine Standpunkte auf selbstbewusste Art und Weise. Es verwundert nicht, dass auch nach dem Zweiten Weltkrieg bundesrepublikanische Medien ihre Artikel über May gerne mit Bemerkungen über Physiognomie und Körperbau ausschmückten.




01.09.2018

Exponat des Monats September 2018

Aufbaumöbel von Franz Schuster(weiterlesen ...)

Ernst May und sein Team bauten zwischen 1925 und 1930 etwa 12.000 neue Wohnungen, deren Grundrisse neu durchdacht wurden. Eine sinnvolle Anordnung der Räume ermöglichte die Einsparung von Raum und somit Geld. Doch sie planten nicht nur neue, kleine Wohnungen, sie überlegten sich auch, mit welchen Möbeln diese auszustatten sind, so dass den Bewohnern genügend Bewegungsspielraum bleibt. Der Architekt Franz Schuster (1892-1972) bekam den Auftrag, Möbel für die neuen Wohnungen zu entwerfen. Er entwickelte die so genannten „Aufbaumöbel“, welche aus lediglich vier „Modulen“ bestehen. Angelehnt an das Prinzip des Baukastens konnten die Menschen diese Elemente nach ihren eigenen Bedürfnissen und Wünschen selbst zusammenstellen. Hergestellt wurden die vergleichsweise günstigen Möbel – die Rückwände sind aus Sperrholz – von arbeitslosen Schreinern bei der Städtischen Hausrat GmbH.