• Kleingärten Römerstadt, ca. 193, Quelle: Grünflächenamt Frankfurt

    Kleingärten Römerstadt, ca. 1930, Quelle: Grünflächenamt Frankfurt

  • Kleingartenanlagen Römerstadt, ca. 193, Quelle: Grünflächenamt Frankfurt

    Kleingartenanlagen Römerstadt, ca. 1930, Quelle: Grünflächenamt Frankfurt

  • Parzelle 16, Urzustand im Juli 214

    Parzelle 16, Urzustand im Juli 2014

  • Aufräumen und Umgraben, Juli 214

    Aufräumen und Umgraben, Juli 2014

  • Erste Pflanzungen, Juli 214

    Erste Pflanzungen, Juli 2014

  • Angelegte Beete vor der Gartenhütte, Juli 214

    Angelegte Beete vor der Gartenhütte, Juli 2014

  • Gartenhütte bei der Übernahme, Rückseite, Juli 214

    Gartenhütte bei der Übernahme, Rückseite, Juli 2014

  • Frontseite der Gartenhütte, Juli 214

    Frontseite der Gartenhütte, Juli 2014

  • Frontseite der Gartenhütte, Juli 214

    Frontseite der Gartenhütte, Juli 2014

  • Ernte 214

    Ernte 2014

  • Vogelperspektive

    Vogelperspektive

  • Blick überKleingärten Römerstadt

    Blick überKleingärten Römerstadt

  • Urzustand

    Urzustand

  • Aufräumen und Umgraben

    Aufräumen und Umgraben

  • Erste Pflanzungen

    Erste Pflanzungen

  • Neue Beete vor der Gartenhütte

    Neue Beete vor der Gartenhütte

  • Gartenhütte bei der Übernahme, Rückseite

    Gartenhütte bei der Übernahme, Rückseite

  • Frontseite 1

    Frontseite 1

  • Frontseite 2

    Frontseite 2

  • Ernte 214

    Ernte 2014

Die grüne Außenstelle

Kleingartenparzelle 16 mit Laube von Margarete Schütte-Lihotzky


Anlage der Kleingartenanlage
: um 1928, Siedlungsamt Frankfurt am Main, Abteilung Gartenwesen, Leiter: Max Bromme
Anpachtung der Parzelle durch die ernst-may-gesellschaft: Juli 2014

Kleingärten vor der Römerstadt

Die von der ernst-may-gesellschaft angepachtete Parzelle gehört zur Kleingartenanlage Römerstadt, die im Zuge des Siedlungsbaus Ende der 1920er Jahre südlich der Siedlung angelegt wurde. Auch auf dem Lohrberg, am Bornheimer Hang, in Praunheim und an weiteren Stellen wurden damals Kleingartenanlagen angelegt.

Die Pachtgärten vor der Siedlung Römerstadt waren ursprünglich vor allem für die Bewohner der Mehrfamilienblocks der Siedlung gedacht, um auch diesen einen Zugang zum Grün zu ermöglichen. Sie sollten vor allem der Selbstversorgung mit Obst und Gemüse dienen. Die Parzellen besitzen unterschiedliche Größen. Parzelle 16 ist ca. 270qm groß.

Die Gartenlauben der Architektin Schütte-Lihotzky

Das Siedlungsamt, Abtl. Gartenwesen, sorgte für die Ausstattung der Gärten mit Gartenlauben. Entworfen wurden sie im Hochbauamt in der Abteilung Typisierung von Margarete Schütte-Lihotzky. Die österreichische Architektin, die ab 1926 unter Ernst May im Hochbauamt tätig war, ist durch die „Frankfurter Küche“ bekannt. Sie entwickelte vier Laubentypen, die unterschiedlichen Ansprüchen und Voraussetzungen genügen sollten. In der „Frankfurter Norm für Kleingartenbauten“ wurden sie vorgestellt und durften nur mit Genehmigung durch das Siedlungsamt aufgestellt werden:

Typ I kann als der „Luxus“-Laubentyp bezeichnet werden. Mit 2,90 x 3,30m war er am größten und besaß einen Raum mit zwei Schlafgelegenheiten, Werkzeugschrank, Fahrradkammer und eine überdeckte Terrasse. Neben Tisch, Hockern, Regal, Schränken und Sofa war auch ein Herd vorgesehen. Dieser Typ wurde z. B. auf dem Lohrberg gebaut.

Typ II bezeichnet eine Laube von 1,60 x 2,40m Größe. Es handelt sich dabei um einen Raum mit einer Schlafgelegenheit, Werkzeugschrank, Fahrradkammer und überdeckter Terrasse. Auch hier findet sich in den Plänen neben Schlafbank, Tisch, Hocker und Regal der Hinweis auf einen Herd.

Typ III weist eine Größe von 2,00 x 2,15m auf und besitzt eine reduziertere Ausstattung. Eine abschließbare Truhe dient sowohl als Schlafbank als auch zur Aufnahme von Klapptisch, Klappstühlen und Werkzeugen. Im aufgeklappten Zustand sollten die Türen Seitenwände der Laube bilden.

Typ IV ist zwar 2,00 x 2,00m groß und besitzt statt geschlossener Wände nur Pergolen. Zwei abschließbare Truhen nehmen wiederum einen Klapptisch, einen Klappstuhl und Werkzeug auf und sind als Schlaf- bzw. Sitzbank verwendbar.

In der Kleingartenanlage vor der Römerstadt kamen Lauben des „Typs II rechts“ zum Einsatz, wobei der Zusatz „rechts“ bedeutet, dass die Fahrradkammer sich auf der rechten Seite befand.

Unser Vorhaben

Nach der Übernahme des Gartens im Juli 2014 waren zunächst Rodungsaktionen nötig, da die Parzelle über ein Jahr brach lag. Inzwischen sind die alten Strukturen mit ihren Beeteinfassungen wieder sichtbar, Obstbäume und Beerensträucher gepflanzt und die Beete selbst weitgehend bestellt. Die Bewirtschaftung folgt mit der Konzentration auf Gemüse-, Beeren- und Obstanbau der ursprünglichen Intention und verwendet möglichst die damals verwendeten Sorten.

Im weiteren Verlauf soll die Laube untersucht und konservatorisch behandelt werden.

Über die Hecke kann man leicht in den Garten schauen und einen Einruck gewinnen. Zusätzlich werden Informationsveranstaltungen vor Ort angeboten (s. Termine). Sie können uns aber auch immer ansprechen, wenn wir im Garten sind!

 

Text und Fotos: CQ