Von: CT
10.10.2019

Donnerstag, 10. Okt. 2019, 17:30 Uhr

mayführung 109: Das Elektrizitätswerk von Adolf Meyer



Öffentliche Führung mit Michael Kleinert (Architekt) und einem Vertreter der Mainova AG


Treffpunkt: Vor dem Elektrizitätswerk, Gutleutstraße 280, Frankfurt am Main
Bitte um Anmeldung bis einschließlich 8.10.2019 unter post(at)ernst-may-gesellschaft.de
Die Teilnahme ist gebührenfrei


Mit der von Oberbürgermeister Ludwig Landmann Mitte der 1920er Jahre in die Wege geleiteten Entwicklung Frankfurts zur modernen Metropole im Südwesten Deutschlands stieg die Zahl der Stromverbraucher rasant an. Nicht nur Privathaushalte wurden stetig elektrifiziert, vor allem auch die Industriebetriebe stellten ihre Produktion auf den elektrischen Betrieb um. Das alte Prüfamt war diesen neuen Aufgaben nicht länger gewachsen, weshalb die Städtischen Elektrizitätswerke eine ganze Reihe Neubauten in Auftrag gaben. Ein besonders imposanter Bau unter ihnen ist das sogenannte „Prüfamt 6“ mit seinen Nebengebäuden in der Gutleutstraße. Entworfen wurde es vom jungen Architekten Adolf Meyer, ein in der Bauberatung tätiger Mitarbeiter von Ernst May.

Das Elektrizitätswerk wurde von 1928 bis 1929 errichtet. Es umfasste einen viergeschossigen Verwaltungsbau an der Gutleutstraße. Dahinter liegt ein Montagehof, der von einer auf acht Säulen ruhenden Kuppel aus Beton überspannt wird. Mit einer Wandstärke von nur 4 cm und einer Spannweite von 26 m war sie damals eine höchst gewagte und ist auch heute noch atemberaubende Konstruktion. Sieben Tonnengewölbe decken die an den Montagehof anschließenden Werkstätten und Lager. Die Kuppel- und Tonnenkonstruktionen, nach einem von Dyckerhoff & Widmann entwickelten Verfahren, zeugen von Meyers kühnen Konstruktionsvermögen unter dem Einsatz modernster Baustoffe.

 

 

Bürogebäude, 1950-er Jahre

 

 

Elektrizitätswerk, Halle nach der Sanierung (Foto: Michael Kleinert)

 

Der Gebäudekomplex der Städtischen Elektrizitätswerke, heute Mainova AG, wurde in den vergangenen Jahren aufwendig renoviert. Zudem wurde dem heutigen Bedarf entsprechend in zwei der Tonnenhallen behutsam ein Ausbildungszentrum implantiert. Wir laden Sie herzlich ein, dem leitenden Architekten Michael Kleinert und einem Vertreter von der Mainova AG durch die jüngst fertiggestellten Anlagen zu folgen. Beide stellen Ihnen im Rahmen der Führung das historische und aktuelle Gebäude vor.